Unverhofft kommt oft. Herzgruppe

Als ehemaliger Radrennfahrer und auch nachher immer sportlich aktiv mit Biken und Wandern kamen die Infarkte völlig überraschend und lösten schon ein gewisses Unbehagen bei mir aus. Man fragt sich dann: Kann ich wieder arbeiten? Was passiert mit der Familie? Kann ich wieder biken, wandern und mit den Enkelkindern spielen?

VON FRIDL KREIENBÜHL

Der erste Herzinfarkt passierte am Arbeitsplatz am 9.Januar 1995, der Zweite dann zwei Tage später im Spital, glücklicherweise war gerade Arztvisite, so wurde schnell gehandelt. Später wurde dann ein Herzkatheter gemacht im Spital Triemli. Nach zehn Tagen durfte ich nach Hause und weil ich nicht sofort in die Reha nach Seewis konnte, bekam ich ein Programm um die Zeit mit spazieren und leichter Gymnastik zu überbrücken. Eine Woche später war es dann soweit. Meine Frau fuhr mit mir nach Seewis ins Prättigau. Diese vier Wochen waren für mich persönlich sehr positiv, weil man lernte, was man trotzdem Alles leisten kann und darf. Nach der Reha kamen dann noch einige Kontrollen, und nach vier Wochen konnte ich wieder halbtags arbeiten gehen, zwei Wochen später dann wieder zu hundert Prozent.Totz Reha und viel Bewegung war ich körperlich noch längere Zeit ziemlich weit unten, was auch trotz  Medikamenten so blieb. So nahm mich die Grippe jedes Jahr sicher zwei Mal in Beschlag und ich konnte jedes Mal 10 bis 14 Tage nicht arbeiten. Mitte April 1996 wurde mir dann mitgeteilt, dass sie mir leider kündigen müssen per Ende July.Glauben Sie mir, es war recht schwierig mit 46 Jahren einen Job zu bekommen.Es klappte dann, und ich durfte am 7. Februar 1997 meine neue Stelle antreten, wo ich dann bis zur Pensionierung vor vier Jahren blieb. In dieser Zeit, wo ich arbeitlos war, habe ich dann begonnen, Informationen und Unterlagen über SH-Gruppen zu suchen. Da ich in der Schweiz nichts fand, suchte ich in Deutschland und wurde fündig.

Mit diesen Unterlagen und einem selbst entworfenen Flyer ging ich zu meinem Kardiologen nach Pfäffikon und Er war sofort begeistert von dieser Idee. Er organisierte eine Pressekonferenz in seiner Praxis am 5. November 1996 und zudem bezahlte Er 1000 Stück Flyer, die ich drucken lassen durfte.

Nach dem Erscheinen des Artikels im MA meldeten sich zwei Männer, dazu kamen dann bis Anfang März nochmals fünf. Wir vereinbarten einen Treff in Lachen und besprachen, was wir unternehmen möchten. Es begann mit Wandern, Radfahren und gemütlichem Beisammensein. Die Gruppe wuchs und wuchs und in der Blütezeit waren wir über sechzig Männer u. Frauen. Aus diesem Grund gründeten wir dann am 5. September 2002 einen Verein mit Statuten und Vorstand. Wir nannten Ihn: Verein Herzgruppe March-Höfe.In den vergangenen fast 15 Jahren durften wir erfahren, wie wichtig so eine Selbsthilfegruppe für Betroffene und auch Angehörige ist. Der Verein hat aktuell 43 Mitglieder und wir treffen uns zu Höcks, Spaziergängen, Besichtigungen und hie und da gibt’s ein Reisli. Geselligkeit, Kameradschaft sind genauso wichtig für die Gesundheit, wie Bewegung und gesundes Essen.

Anmerkung: Aus dieser Idee vor über 20 Jahren ist im Oktober 2002 auch der Dachverband entstanden.

Fazit: Es hat sich gelohnt!

Mehr Informationen für die Herzgruppe  March Höfe